Hervorgehoben

Blog

Heritage

Travel with a horizon

In den ältesten Zeiten war der Boden unserer Heimath von finsteren, endlosen Wäldern und unzugänglichen Morästen bedeckt…

— Der Geleitsmann durch den Harz, Goslar 1855

Dies sind die ersten Beiträge in meinem neuen Blog. Bleibt dabei, es folgen bald weitere Beiträge. Melde dich unten an, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ich etwas Neues poste.

Deutschlandreise: Haithabu – auf den Spuren der Wikinger an der Schlei

Ganz oben im Norden Deutschlands, fast am Ende (oder am Anfang) der Autobahn A7, mitten drin im Land zwischen den Meeren bei der Stadt Schleswig liegt ein kleines Dorf, darin sich vor rund 1.250 Jahren, zur Zeit der Wikinger, Menschen aus aller Welt getroffen haben. Warum das denn?

Dieser Ort war damals ein bedeutender Handelsplatz, denn er lag günstig für den Warenaustausch zwischen Nord-, und Ostsee. Das sollte er auch bleiben – fast 300 Jahre lang.  Die Wikinger, das alte Seefahrervolk, das damals die beiden Meere als ihr Revier betrachteten, trieben regen Handel und gelangten so bis ans Mittelmeer, das Kaspische Meer, ja sogar bis über den Atlantik. Sie handelten mit allem, was zur damaligen Zeit als nützlich und wertvoll betrachtet wurde: Fisch und Felle, Honig, Haushaltswaren, Öl und Wein, Schmuck und Gewürze.

Handel an der Schlei

Und jetzt verrate ich Dir auch den Namen des Ortes: Hedeby (dänisch) oder Haithabu (deutsch). Du findest ihn am Ende des langen Armes, den die Ostsee neugierig in das Land hinein streckt, Deutschlands längstem Ortseearm, der Schlei. Haithabu lag damit an der schmalsten Stelle der jütischen Halbinsel und das war sein Glück. Dennoch musste ein kurzes Wegstück von ca. 18 km über Land bewältigt werden, damals gab es den Nord-Ostseekanal noch nicht.

Haithabu – die stolze Handelsstadt

Du kannst Teile der einstigen Handelsstadt noch heute besichtigen, denn es wurde rekonstruiert und damit findest du insgesamt sieben Gebäude und eine Landungsbrücke vor, alles durch Bohlenwege miteinander verbunden. Auf der Brücke wurde Handel getrieben, sie stellte damit also den mittelalterlichen Marktplatz dar. In Haithabu fand man in archäologischen Ausgrabungen viele Waren aus fernen Ländern. Das ehemals 25 Hektar große Siedlungsgebiet ist mit einem Halbkreiswall, dem Danewerk, geschützt  – was damals sicherlich notwendig war. Dennoch wurde der Ort 1066 von slawischen Seefahren komplett zerstört.

Kinderwissen:
Bernsteinschleifer, Glasperlenmacher, Schmiede, Holzwerker, Kammmacher, Töpfer, Bootsbauer – die Wikinger waren sehr geschickte Handwerker. Viele siedelten sich an günstigen Handelsorten wie Haithabu an. Dort trafen die begehrten Waren aus aller Welt ein und wurden auf Karren ins Landesinnere weitertransportiert. Auf Flüssen ging es dann immer weiter bis an weit entlegene Orte. Den ersten globalen Warenhandel gab es also schon vor 1.200 Jahren.

Nordmannsvolk

Die Wikinger (die Bezeichnung stammt vom Wort „víkingr“, was so viel wie Seeräuber oder Pirat bedeutet) waren abenteuerlustige Händler, habgierige Räuber und großartige Bootsbauer, sie wussten alles über das Meer, den Wind und auch darüber, wie man sich erfolgreich durchs Leben schlägt.

Seit dem 7. Jahrhundert machten sie sich in kleinen und großen Gruppen mit ihren Booten auf den Weg nach überallhin, Nordamerika, die Küste Afrikas, zum Kaspischen Meer, ja, sie gelangten sogar bis Bagdad und Jerusalem. Zwei der bekanntesten Wikinger waren Erik der Rote, der Grönland entdeckte und sein Sohn, Leif Erikson, der als erster bis Nordamerika segelte.

Das Wikinger-Museum Haithabu

Du kannst dir viele Funde aus Haithabu im zugehörigen Ausstellungshaus ansehen, es gehört übrigens zu den bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands. Seit 2018 steht der Ort auch auf der UNESCO-Welterbeliste.

Wie komme ich da hin? Am Haddebyer Noor 5, 24866 Busdorf
Direkt zum Wikinger-Museum geht es hier.
Tipp:
Tauche ein in die Welt der Wikinger und besuche auch die Wikinger-Tage in Schleswig, jedes Jahr im August.
Was gibt es da noch so? An der Schleimünde bei Kappeln liegt die Lotseninsel, sie trennt die Schlei von der Ostsee. Du kannst sie nur mit dem Boot erreichen. Es gibt dort eine Gaststätte, die Giftbude, und einen kleinen Zeltplatz für ein Übernachtungsabenteuer. Doch Achtung bei Sturmflut, da verschwindet die Insel zuweilen.

Versuche Haithabu an Tagen zu besuchen, an denen es belebt ist. Manchmal sind Gruppen vor Ort, die das Leben von damals originalgetreu nachstellen. Das lohnt sich! Und vielleicht schnappst du die ein oder andere Geschichte aus der Götterwelt auf. Wir haben diese da gehört: Thors Hammer.

Thors Hammer – eine Geschichte aus Wikingerzeiten

Loki liebte Späße und Neckereien. Dem Gott Thor spielte er einmal einen besonders üblen Streich, als er dessen Gattin Sif das schöne blonde Haar abschnitt, das so üppig gewachsen war wie ein Weizenfeld im Sommer. Sif war eine ebenso schöne wie mächtige Frau: segnend und schützend hielt sie ihre Hand über die vielen Sippen des Menschengeschlechts in Mittelgard.

Als Thor, von langer Ostfahrt nach Hause kommend, das kahle Haupt seiner Gemahlin erblickte und hörte, welch ungeheuerlichen Frevel Loki begangen hatte, stürzte er auf den Feuergott und würgte ihn mit beiden Händen. „Ich breche dir alle Knochen im Leib, wenn du Sif nicht auf der Stelle neues, gleich schönes Haar schaffst!“ schrie er.

„Sie soll noch schöneres haben, wenn du mich losläßt“, ächzte Loki, „aus purem Golde soll es sein und doch wachsen wie natürliches Haar. Keine Frau der Welt wird so kostbares Haar haben wie Sif!“

Da ließ Thor Lokis Kehle los, und der Feuergott fuhr durch die Luft davon, weit fort ins Gebirge zu den Ywaldi-Söhnen, den zauberkundigen Schmiedezwergen aus Brimirs Stamm. Tief im unwegsamen Wald hatten sie ihre Schmiede.

Loki trat bei ihnen ein und forderte für Sif goldenes Haar, das wachsen konnte wie natürliches. Außerdem verlangte er von den Zwergen, sie sollten ein Schiff anfertigen, so groß, daß alle Asen darauf Platz hätten – doch es sollte auch so klein zusammenlegbar sein, daß man es zwischen zwei Nußschalen verstecken könnte. Zum dritten forderte Loki die Zwerge auf, einen Speer zu schmieden, dessen Stoß niemand widerstehen könne. Nur widerwillig gehorchten die Ywaldi-Söhne und machten sich mürrisch an die Arbeit, denn sie liebten die Götter nicht.

Mit den fertigen Kunstwerken machte sich Loki auf den Heimweg nach Asgard. Da begegneten ihm zwei Zwerge aus Mimirs Stamm; sie hießen Sindri und Brokk.

„Welche Schätze hast du dir da aufgebürdet?“ fragten sie neugierig, und Loki zeigte ihnen stolz Haar, Schiff und Speer. Brokk zuckte jedoch verächtlich die Achsel und meinte: „Was die Ywaldi-Zwerge können, das können die Mimir-Zwerge noch viel besser! Mein Bruder Sindri und ich schmieden edlere Kleinode als diese! Willst du mit uns wetten?“

Loki ging die Wette ein. Die beiden Zwerge sollten nach eigener Wahl drei andere Kleinode schmieden, welche die ersten übertrafen. Vermochten sie das, so sollte Lokis Kopf den Zwergen gehören – andernfalls sollten ihm Sindris und Brokks Häupter verfallen sein.

Die Zwerge eilten in ihre Schmiede und begannen eifrig ihr Werk; sie freuten sich schon darauf, Lokis Kopf als Lohn für ihre Zauberarbeit zu erhalten, denn sie waren ihrer Sache sicher. Sindri warf eine Schweinshaut auf die Esse und befahl seinen Bruder Brokk an den Blasebalg. „Laß nicht ab zu blasen, bis ich aus der Glut herausnehme, was ich hineintat“, befahl Sindri, und Brokk gehorchte ihm.

Als Loki sah, wie eifrig Brokk blies, wurde ihm bange um seinen Kopf. Er verwandelte sich rasch in eine Fliege und stach den Zwerg in die Hand. Aber Brokk hörte nicht auf, den Blasebalg zu treten, und als Sindri das fertige Werk aus dem Schmiedefeuer zog, war es ein Eber mit goldenen Borsten.

Nun legte Sindri Gold in die Glut und gebot Brokk abermals, ohne Unterlaß zu blasen, bis das Werk gelungen sei. Brokk trat den Blasebalg, Loki verwandelte sich noch einmal in eine Fliege, setzte sich auf Brokks Hals und stach ihn doppelt so stark als zuvor. Wohl zuckte Brock ein wenig zusammen, aber er hörte nicht auf zu blasen, und als Sindri das Gold mit einer Zange wieder aus dem Feuer holte, war ein kostbarer Ring daraus geworden.

Zum drittenmal gebot Sindri seinem Bruder zu blasen, und diesmal legte er Eisen ins Feuer. Da setzte sich Loki auf Brokks Stirn und stach ihn so heftig zwischen die Augen, daß das Blut herabtroff und Brokk nichts mehr sehen konnte. Für einen Augenblick ließ er den Griff des Blasebalgs fahren und wischte sich das Blut weg. Aber dieser Augenblick hätte beinahe das ganze Werk verdorben.

„Was hörst du auf zu blasen?“ schrie Sindri den Bruder an. „Willst du die Wette verlieren?“ Doch als er das fertige Werk aus der Glut hob, war es ein herrlicher, blitzender Hammer; nur der Schaft war durch Brokks Schuld ein wenig zu kurz geraten.

Da verwandelte sich Loki wieder in seine frühere Gestalt. Sindri übergab Loki die drei Kostbarkeiten, und dieser ging mit Loki nach Asgard, wo die Wette entschieden werden sollte. Odin, Freyr und Thor wurden zu Richtern bestellt.

„Wie heißt der Speer und was vermag er?“ fragte Odin.

„Er heißt Giúngnir“, antwortete Loki, „und sein Stoß ist so gealtig, daßm niemand ihm wiederstehen kann.“

„Was bergen diese beiden Nußschalen?“ fragte Freyr. „Sie umschließen das Schiff Skibladnir“, antwortete Loki. „öffnest du die Nuß am Abend, so wächst das Schiff bis an die Sterne hinauf, und alle Asen finden darin Platz. Wohin du auch damit reisen willst, immer werden günstige Winde seine Segel schwellen. Am Morgen aber, wenn die Sonne aufgeht, schrumpft es wieder in die Nuss zurück, und du kannst es in die Tasche stecken.“

„Und das hier soll Sifs neues Haar sein?“, fragte Thor mißtrauisch. Er nahm das zarte und dennoch schwere Geschmeide und setzte es seiner Gattin auf. Doch kaum hatte das goldene Haar Sifs Kopf berührt, da wuchs es schon fest und umrahmte ihr Antlitz wie echtes Haar.

Nun prüften die Asen die drei anderen Kleinode.

„Was vermag dieser Ring?“, fragte Odin. „Wie heißt er?“

„Er heißt Draupnir, der Tropfer“, antwortete Brokk. „In jeder neunten Nacht träufeln von ihm acht ebenso kostbare Ringe hernieder.“

„Was vermag dieser Eber, und wie heißt er?“ fragte Freyr und wies auf das zweite Kleinod.

„Er heißt Gullinborsti, der Goldborstige“, antwortete der Zwerg. „Schneller als jedes Pferd trägt er seinen Reiter durch die Lüfte, und seine Borsten erhellen die finstere Nacht.“

„Und dieser eiserne Hammer, was vermag er?“ fragte Thor mit finsterer Miene.

„Wie weit du ihn auch wirfst“, sagte Brokk, „stets kehrt er wieder in deine Hand zurück. Wie stark du auch mit ihm zuschlägst, niemals nimmt er selber Schaden. Er heißt Mjölnir, der Zermalmer.“

„Der Hammer ist das beste aller Kleinode!“ riefen die Asen wie aus einem Munde. „Mit ihm besitzen wir die stärkste Waffe gegen die Riesen!“

So war die Wette für die beiden Zwerge aus Mimirs Stamm entschieden. Odin erhielt Speer und Ring, Freyr den goldborstigen Eber und das Wunderschiff Skibladnir, Thor aber nahm den Hammer. Wie kurz sein Schaft auch geraten war, er lag ihm prächtig in der Hand.

Jetzt forderte Brokk Lokis Haupt, da die Zwerge die Wette gewonnen hatten. Sogleich bot der Feuergott ein hohes Lösegeld, aber der Zwerg wollte davon nichts wissen. Da rief ihm Loki zu, er möge ihn fangen – doch kaum griff Brokk nach ihm, als er auch schon weit von der Stelle wich, wo er eben noch gestanden war. Loki hatte nämlich Schuhe an den Füßen, die ihn in Windeseile durch die Lüfte trugen.

Da bat Brokk Thor, er möge Loki greifen und festhalten. Thor musste seiner Bitte wohl oder übel willfahren, hatte er doch den kostbaren Hammer bekommen; überdies wünschte er Loki Verderben.

Als dieser endlich gefangen war, stürzte sich Brokk sogleich auf ihn und wollte ihm den Kopf vom Rumpf trennen. Da rief Loki voll List: „Halt ein! Wohl darfst du meinen Kopf haben, doch kein Stückchen von meinem Hals!“

Wutentbrannt wollte der geprellte Zwerg dem Lügengott den Mund zunähen. Er zog ein Messer und einen Faden heraus, aber das Messer war zu stumpf. „Hätte ich doch meines Bruders Ahle hier, wie wollte ich dir dein Lästermaul schließen!“ rief der Zwerg, griff in die Luft – und hielt auch schon die Ahle in der Hand. Sindri hatte sie ihm durch Zauber nach Asgard geschickt. Nun durchstach er die Ober- und Unterlippe des Prahlers und nähte ihm mit einem Riemen den Mund zu. Loki schäumte vor Wut. Wie rasend stürzte er davon; lange, lange Zeit sahen ihn die Asen nicht wieder.

Was ist wohl aus Loki geworden?

Arminius – der Römerbesieger

Nun hast du Arminius kennengelernt. Machen wir uns also auf und besuchen sein Denkmal. Der Cherusker-Fürst ist ein eher unbekannter Zeitgenosse. Man weiß nicht viel über ihn. Arminius diente einige Jahre als Führer germanischer Verbände im Heer der Römer, wurde später selbst römischer Bürger und erhielt daher auch seinen lateinischen Namen. Sein eigentlicher germanischer Name ist unbekannt. Eines ist uns auch nicht bekannt: warum Arminius sich irgendwann wieder ins Germanenland begeben hat und heimlich einen Feldzug gegen die Römer vorbereitet hat. Doch es bleibt jedem selbst überlassen, hin und wieder auch mal die Seiten zu wechseln, wenn es dafür Gründe gibt. Und die wird Arminius sicher gehabt haben. Auch nach der Varusschlacht blieb er rechts des Rheins auf Germanenseite, führte einige Feldzüge an, heiratete seine Frau Thusnelda, die später von den Römern gefangen genommen wurde und scharte zahlreiche Verbündete um sich.

Arminius ist es zuzuschreiben, dass sich die Römer nicht mehr weiter über den Rhein bewegten und all ihre Kastelle dort aufgeben mussten. Jedoch, wie so häufig, wenn es um Macht geht, zerstritten sich schließlich auch die besten Verbündeten und so kam es, wie es kommen musste. Arminius wurde im Alter von noch nicht einmal 40 Jahren von Verwandten ermordet. Das war damals nicht ganz ungewöhnlich. Erst viel später nannte man Arminius dann Hermann, den Heer-Mann.

Das Hermannsdenkmal – unser Nationaldenkmal No. 1

Also besuchen wir das Hermannsdenkmal und nicht das Arminiusdenkmal und sehen gleich schon mal einen Rekord vor uns. Die Arminius-Gedenkstatue ist die höchste Statue Deutschlands. Hermann selbst ist 26,57 m groß, das gesamte Denkmal unglaubliche 53,46 m hoch. Hermanns Schwert, dass er in den Himmel reckt, misst ganze 7 m und wiegt 550 kg, sein Schild allein über eine Tonne. Die ganze Anlage, also Statue und Sockel, steht auf einer Anhöhe, so dass das Ensamble noch mächtiger wirkt. Übrigens spendete Wilhelm I. damals 10.000 Thaler für die Errichtung des Denkmals – du erinnerst dich: er hat selbst ein Denkmal, in unserem Ranking die No. 2.

Was geht denn in dem Kopf so vor?

Du kannst im Innern des Hermann nach oben steigen, und gelangst so auf eine Aussichtsplattform, die in 20 m Höhe einmal ganz um ihn herumführt. Genieße den tollen Ausblick von dort oben über den Teutoburger Wald. Aber Vorsicht! Klettere nicht zu hoch! Man sagt, dem Hermann seinen schon einmal allzu neugierige Kletterer aus den Nasenlöchern gefallen.

Fast 1.800 Jahre nach Arminius – Hermanns Tod wurde mit dem Sockel des Denkmals auf dem Berg Grotenburg bei Detmold begonnen. Dort stand bereits eine alte germanische Wallburg. Den Hermann schuf Ernst von Bandel, der dafür 37 Jahre benötigte und dafür übrigens seine gesamten Lebensersparnisse eingesetzt hat. Das Denkmal muss ein großes Anliegen für ihn gewesen sein.

Hermann im Blitzlicht

Übrigens dient der Hermann auch als Forschungsobjekt: weil er so oft vom Blitz getroffen wird, ist seit einigen Jahren ein Blitzstrom-Messgerät an ihm angebracht, dass die Zahl und Stärke der Einschläge misst. Klar, wer so exponiert in der Landschaft steht, den ereilt dieses Schicksal nun mal. Doch es scheint ihm erfreulicherweise nicht viel auszumachen. Die Sensoren erkennt nur, wer ganz genau hinschaut.

Elternwissen:
Die Schlacht im Teutoburger Wald (https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=840&url_tabelle=tab_websegmente) gilt als Gründungsmythos der deutschen Nation. Hier wurden Grenzen Europas gelegt. Das Symbol dafür ist das Hermannsdenkmal.

Kaiser Augustus war es, der zu Beginn des ersten Jahrhunderts auch den freien Teil Germaniens für das römische Reich beanspruchte und seinen Sohn Tiberius über die Grenze entsandte, um Verträge mit germanischen Stämmen zu schließen und eine Art Verwaltung aufzubauen. Dies gelang nicht überall, die freiheitsliebenden Stämme fühlten sich in ihren Rechten beschnitten und durch hohe Tributzahlungen ausgenommen. Vielleicht ein Grund für Arminius, die Seiten zu wechseln? Dies bleibt ein Rätsel.
Die Schlacht selbst wurde überaus grausam geführt. Am ausführlichsten berichten die römischen Geschichtsschreiber Florus und Cassius Dio darüber, basierend auf den Schilderungen des Tacitus in seinen Annalen (https://www.gottwein.de/Lat/tac/ann0159.php).

Drei römische Legionen, ein Achtel des römischen Heeres, sollen bei der Schlacht vernichtet worden sein, Varus, Statthalter in Germanien, mit dem Oberkommando der rheinischen Legionen betraut, beging noch auf dem Schlachtfeld Selbstmord und Augustus traf überaus verzweifelt seinen berühmten Ausspruch „Quintili Vare, legiones redde!“ (Quinctilius Varus, gib mir die Legionen zurück!“).

Die Römer zogen sich 17 n.Chr. endgültig aus dem freien Teil Germaniens zurück. „Das Reich … fand am Ufer des Rheins seine Grenze …“ (Florus).

Irgendwo zwischen Lippe und Ems wurden von einem römischen Suchtrupp unter Germanicus einige Jahre nach der Schlacht die Überreste gefunden und damit der Ort des Geschehens sehr wahrscheinlich eingegrenzt. Tacitus berichtet uns beiläufig von einem Höhenzug im Teutoburger Wald. Als ein möglicher Austragungsort gilt derzeit die Gegend um Kalkriese, einer Senke in Bramsche bei Osnabrück.

Der römische Legionsadler

Der Adler hatte in allen römischen Schlachten eine besondere Bedeutung und wurde als Symbol für Macht, Stärke und Erfolg in den Kämpfen mitgeführt. Die Aquila bestand aus einem Stab mit einer darauf befestigten Adlerfigur und wurde im Kampf stets vorausgetragen. Ihn gegen den Feind zu beschützen war eine große Motivation für die kämpfenden Soldaten.

In der Varusschlacht gingen die Adlerstäbe aller drei Legionen verloren, eine große Demütigung für die Römer. Diese schickten mit Germanicus einen Feldherrn in die rechtsrheinischen Gebiete, um sich die von den Germanen gestohlenen Legionsadler wieder zurückzuholen. Erfolglos, wie wir heute wissen.

Tip:
Wie kommt man dorthin? Grotenburg, Detmold-Hiddesen, am Rande des Teuto, mit Bus oder Auto direkt ans Denkmal fahren.
Mehr Infos unter: https://www.hermannsdenkmal.de/ und zur Varusschlacht im Museum und Park Kalkriese https://www.kalkriese-varusschlacht.de/museum-park.html, etwa 100 km nordwestlich von Detmold.
Was gibt es dort noch so? Einen Kletterpark, ein Mondscheinkino und ganz in der Nähe die Externsteine.
Filmtip: die Netflix-Produktion „Barbaren“ (2020, FSK 16) greift die Schlacht am Teutoburger Wald und die Arminius-Geschichte auf.
Und schließlich noch die Preisfrage:
Wer ist stärker? Hermann oder Siegfried?

Geschichten aus dem Teutoburger Wald

500 Jahre lang hatten die Römer großes Interesse am Land Germanien und gründeten vor allem dort im Süden viele römische Niederlassungen und Provinzen. Der Rhein markierte damals die Grenze zum Gebiet der Germanen, die die Römer unbedingt überschreiten wollten.  Die Römer beherrschten damals ein Gebiet vom Atlantischen Ozean bis zum Euphrat im Irak, von der Sahara Afrikas bis zur Nordsee, bissen sich dort am Rhein aber die Zähne aus. Im Jahr 9 n.Chr. betrat Arminius die Schlachtenbühne Germaniens und forderte die Römer heraus.  Als er die Bühne wieder verlies, waren die Römer schwer getroffen und konnten nie mehr rechts des Rheins Fuß fassen. Wie hat er das geschafft? Und warum hat er das getan? Das weiß man bis heute nicht.

Lasst uns ins Theater gehen. Es spielt: Die Varusschlacht.

„Geschichten aus dem Teutoburger Wald“ weiterlesen

König Rotbart und der Kyffhäuser

Hast Du einen kleinen Bruder? Nun, der Harz schon. Der heißt Kyffhäuser, und zugegeben, es gibt bessere Namen für kleine Brüder. Dieser Kleine ist auch wirklich nicht sehr hoch, nur 473,6 m ü. NHN. Ja, er ist sogar das kleinste Mittelgebirge Deutschlands – der Kyffhäuser.

„König Rotbart und der Kyffhäuser“ weiterlesen

Der Harz – die Reise geht weiter…

Oben angekommen erwartet Dich der Brockengarten, ein Schau- und Versuchsgarten in dem Du über 1500 Pflanzenarten aus allen Hochgebirgsregionen der Welt sehen kannst, außerdem ein Ausstellungshaus, eine Wetterstation, ein Fernsehturm und die Brockenuhr, ein Ring aus 48 bronzenen Wegweisern. Besuche oben auch die Teufelskanzel – wo der Teufel selbst an Walpurgis zu den Hexen spricht und den Hexenaltar – wo „nichts als Würste“ für das Hexenmahl zubereitet werden. An an gewöhnlichen Tagen wirst Du dort allerdings nur Granitfelsen sehen können. Oder?

„Der Harz – die Reise geht weiter…“ weiterlesen