Wenn Du dich im Tal der Lone befindest, spazierst Du über Meeresboden. Das Jurameer bedeckte vor 200 Millionen Jahren das ganze Tal. Urzeittiere tummelten sich darin und Korallen bildeten kleine Riffe. Übrigens hättest Du sicherlich gerne darin gebadet, die Wassertemperatur lag bei über 20 °C, es war also ein subtropisches Meer. Na ja, wenn nicht gerade ein Ichtyosaurier oder Urzeit-Hai vorbeischwamm.
Heute kannst Du diese Riffe noch sehen, sie bilden das sichtbare helle Gestein der Schwäbischen Alb. Die Lone ist ein Überbleibsel dieses Meeres.
Kinderwissen:
Wie entsteht ein Kliff? Junge Bohrmuscheln arbeiten sich in das Gestein hinein und vergrößern mit ihrem Wachstum auch ihre Felshöhle gleich mit. Die Muscheln schließen sich also selbst ein. Dazu streckt die Muschel ihren Fuß, an dem ein ätzender, kalklösender Stoff haftet, einfach aus der Schale und dreht ihn hin und her. Dabei entstehen sehr glatte Räume im Gestein, etwa so lang wie dein Finger, die oben und unten enger sind und die Muschel nicht mehr entlassen kann. (Quelle)
| Tipp: Erforsche einen fossilen Strand Am Heldenfinger Kliff kannst Du einen fossilen Strand entdecken, einen sehr gut erhaltenen sogar. Das Gestein dort ist ganz bedeckt von Löchern, die Muscheln vor Jahrmillionen gebohrt haben. Das Kliff ist eine kleine Berühmtheit. Wie komme ich dorthin? Gerstetten, Ortsteil Heldenfingen Was gibt es da noch zu entdecken? Riffmuseum, Mehrgenerationen-Spielpark direkt am Kliff, Urmeerpfad Mehr Infos zum Heldenfinger Kliff |
Höhlenland
Charakteristisch für das Lonetal, wie überhaupt die gesamte Schwäbische Alb sind die vielen eindrucksvollen Höhlen, die man dort besuchen kann. Sie wurden durch versickerndes Regenwasser gebildet, das teilweise riesige Hohlräume auswusch.
Bild: RiGeta
Vor vielen Millionen Jahren erreichte die Gattung Mensch den europäischen Kontinent und 200.000 Jahre später entwickelte sich der sehr robuste Menschentyp des Neandertalers, der sich auch im Lonetal niederlies.
Tipp:
Spüre der Magie urzeitlicher Ereignisse nach Die Bocksteinhöhle bei Öllingen diente den Neandertalern vor 70.000 Jahren als Unterschlupf, Lagerplatz und Werkstatt. Wenn Du nach oben zur Höhle steigst kannst Du erkennen, wie geschickt die frühen Menschen ihren Lagerplatz gewählt hatten. Die Höhle ist die älteste Siedlung des Neandertalers in Süddeutschland. Gefunden wurden dort viele Artefakte und die urzeitlichen Skelette einer Frau und eines Kindes.
Wie komme ich dorthin? Ausgangspunkt: Wanderparkplatz zwischen Öllingen und Bissingen
Zahlreiche Zeugnisse aus dieser Zeit, wie Faustkeile, Keilmesser oder Speerspitzen wurden bereits aus den Höhlen geborgen, aber auch Tierreste von Mammut, Wollnashorn, Wolf, Höhlenbär, Hyäne, Wildpferd, Hirsch und vielen Anderen dort gefunden.
Manchmal war es nicht ganz einfach, solche Höhlen zu entdecken. Die Bocksteinhöhle zum Beispiel wurde von Füchsen „entdeckt“, die regelmäßig im Erdboden „verschwanden“.
Es gibt noch jede Menge weiterer Höhlen, die du auf der Schwäbischen Alb erkunden kannst. Manche tragen schaurig-schöne Namen wie Nebelhöhle, Bärenhöhle oder Geisterhöhle. Such dir eine aus! Hier erwartet dich eine tolle Auswahl.

